zurück ins Leben oder willkommen in der Realität


dbw

nach vier Wochen Ersteinstellung im Krankenhaus verließ ich die geschützten Hallen und stellte mich dem Biest im Zucker. Am nächsten Tag auf dem Markt beim Einkaufen der erste Unterzucker, hilflos und zitternd auf einer Stufe sitzend, dann schweißüberströmt eine Verkäufer eine Banane abgeschwatzt. Die Leute waren etwas abweisend und wussten nicht so recht was sie machen sollen. Erinnert mich an eine andere Situation, ich war in einem KFC, voll besetzt an einem kleinen Tisch war noch ein Platz frei. Ich fragte die junge Frau, eine Asiatin, ob ich mich setzen dürfte. Habe dann unauffällig meinen Zucker gemessen und zog den Pen aus der Tasche, ihre Augen wurden immer größer, ich versuchte ihr zu erklären, dass ich Diabetes habe und in dem Pen Insulin ist. Als sie die Nadel sah sprang sie laut schreiend auf, ließ ihr Essen stehen und rannte davon. Natürlich guckten mich alle an und sahen mich mit dem Pen mit der entblößten Nadel in der Hand, alle haben ganz schnell wieder weg geguckt.

Zu dieser Zeit arbeitete ich in einer Schule als Lehrerin, Handys waren für die Schüler und natürlich auch für die Lehrer im Unterricht verboten. Ich bemerkte einen nahenden Unterzucker und zückte das Messgerät was zu einem mittleren Proteststurm führte weil die Kinder meinten es wäre ein Handy. Einige der Mädchen fühlten sich dann unangenehm berührt in dem Wissen, das ich unter dem Tisch einen Tropfen Blut erzeugte und sprachen eine Kollegin an, diese sprach dann mit mir, ob es denn sein müsste das ich mir während des Unterrichts den Zucker messe, Oder ein anderes mal holte ich mir in der Kantine etwas zu essen und setzte mich zu Kollegen an dem Tisch und wollte mir Insulin spritzen, worauf die Kollegin aufstand und meinte muss das sein und zusammen mit dem anderen Kollegen den Tisch wechselte. Als ich daraufhin mit dem Schulleiter sprach, war dieser sehr besorgt, nicht dass noch ein Kind etwas bemerkt und vielleicht seinen Eltern was sagt. Das ganze spielte sich ca. 2008 ab, also nicht im Mittelalter. Kam mir doch öfters als einmal wie ein Junkie vor, eine Klasse war aber ganz nett, wenn ich mal im Unterricht etwas komisch redete, musste ich den Zucker messen und wenn nicht alles ok. war sind sofort zwei Schüler los gestürmt zum Kiosk und haben mich mit was Süßen versorgt, meistens ein Snickers, weil ich die doch so gerne gegessen habe.

Auch in der Familie, meine Schwester ist Ärztin, wurde von mir verlangt, dass ich auf Toilette gehe zum messen und spritzen.

Seitdem ich eine Pumpe habe hat sich aber das das Problem mit spritzen in der Öffentlichkeit erledigt. Wenn jetzt mal die Pumpe im unpassenden Moment Signale abgibt, sag ich immer Entschuldigung bei mir piept’s wohl. Jetzt sind die Blicke der Leute interessiert, ich werde manchmal gefragt was das, die Pumpe, ist.

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